Supportdatenbank

Support Suche

Sortierung

Suchkriterien

Produkt

Kategorie

Betriebssystem

Typ

IDC Supporteintrag gültig für: Mac , Win Win | Diverses
ID-Nr. 1965
Dat. 01.06.17

LOD (Level of Development)

Definition

Der Level of Development, kurz LOD oder zu Deutsch Fertigsstellungsgrad, definiert den benötigten Informations- sowie den Detaillierungsgrad der virtuell erstellten Gebäudemodelle. Innerhalb einer Leistungsphase kann der LOD zwischen den einzelnen Disziplinen divergieren, jedoch ist er stets von diesen Disziplinen, wie auch der Leistungsphase abhängig.

Level of Geometry (LOG)

Der Level of Geometry, kurz LOG, beschreibt den Detaillierungsgrad und die einhergehende Modellierungsgenauigkeit der geometrischen Darstellung eines digitalen Modells. Der LOG bildet somit einen Bestandteil des oben genannten LOD's.

LOG 100

Definition:

Das Modell enthält Volumenkörper zur Ableitung von Kennzahlen.

 

Inhalt:

Gebäude in Grundformen mit den ungefähren Größen, Form und Orientierungen, Etagen oder Räume als Volumenkörper.

 

Ziel:

  • Space Management erkennen und bewerten von Bereichen / Flächen.
  • Erkennen und Auswerten von Räumen, Raumgruppen (zum Beispiel Nutzungs‐ und Funktionsbereiche) und deren Zusammenhänge.
  • Visualisierung der Baumasse zum Beispiel mit Hilfe von Luftbildern oder konstruierten Gebäudemodellen.
  • Grobe Auswertungen wie Energieabschätzung, Gewinn‐ Verlust oder Verschattungsberechnungen und weitere Simulationen sind standortbezogen möglich. 

LOG 200

Definition:

Das Modell enthält Baugruppen für die Anordnung und Spezifikation der wesentlichen Systeme zur Ableitung von Kennwerten.


Inhalt:

Gebäude in Baugruppen mit eindeutiger Bezeichnung und definierter Geometrie, vorgesehener Verortung, Form, Orientierung, weiterer, nicht grafischen Informationen (siehe LOI!). Baugruppen bestehen aus Bauelementen wie Wänden, Türen, Decken, Fassaden und Räumen, Volumenkörpern der technischen Gebäudeausrüstung und Tragwerk usw.

 

Ziel:

Alle Ziele aus LOG 100, zusätzlich können die wesentliche Baugruppen sortiert und bemessen werden. Alle Baugruppen und Hauptkomponenten, horizontale und vertikale Trassen und Zentralen der Haustechnik sind modelliert. Eine statische Auslegung ist modellbasiert möglich.

 

Die Hauptgewerke können koordiniert werden.  

LOG 300

Definition:

Das Modell enthält einzelne detaillierte Bauteile, ausreichend für die Koordination, Vergabe der Gewerke, sowie zur Ableitung von Kennwerten.


Inhalt:

Gebäude in Bauteilen mit eindeutiger Bezeichnung, zusätzlicher phasenbezogener Detaillierung, Gruppenzuordnung, definierter Geometrie, vorgesehener Verortung, Form, Orientierung, weiterer nichtgrafischen Informationen (siehe LOI!). Bauteile sind detaillierte Bauelemente mit Darstellung von Schichten und gegebenenfalls mit gewerkespezifischen Ausbaugeometrien. Komponenten der technischen Gebäudeausrüstung, nach Gewerken getrennt, und des Tragwerks, insbesondere beim Stahlbau.

 

Ziel:

Alle Ziele aus LOG 100 und LOG 200, zusätzlich können exakte haustechnische Berechnungen bzw. Simulationen durchgeführt werden. Alle statischen Systeme können ebenfalls berechnet, dimensioniert und exakt bemessen werden.  

LOG 400

Definition:

Das Modell enthält einzelne detaillierte Bauteile, ausreichend für die Werk- und Montageplanung, zur Fertigung, sowie zur Ableitung von Kennwerten.

 

Inhalt:

Gebäude in Bauteilen wie in LOG 300, jedoch mit endgültigen Geometrien, tatsächlichem Platzbedarf und vorgesehener Verortung.


Ziel:

Wie LOG 100 bis 300, bei Bedarf können auch Bauabläufe simuliert werden. Mengen für die Baustelle können gezogen werden. Modellbasierte Fortschrittskontrolle, Aufbau und Montageanleitung sind ableitbar.  

LOG 500

Definition:

Das Datenmodell enthält alle Bauteile, wie in LOG 400, jedoch „as built”. Das Modell ist mindestens stichprobenartig einer Qualitätskontrolle unterzogen oder mit dem Ist‐ Zustand des Gebäudes verglichen worden.

 

Inhalt:

Gebäude in Bauteilen wie in LOG 400, jedoch mit tatsächlich verbauten Geometrien und Verortung, mit einer durchgängigen und vereinbarten Bezeichnung für die spätere Nutzung.

 

Ziel:

Wie bei LOG 400, jedoch sind alle dafür vorgesehenen Bauelemente vorbereitet für die Überführung in ein CAFM‐ System (Computer-Aided Facility Management), können daher spezifisch adressiert werden und enthalten alle notwendigen Informationen gemäß den Anforderungen.  

Definition Level of Information (LOI)

Der LOI beschreibt den Informationsgrad eines Objektes, welches im Gebäudemodell oder in einer BIM Datenbank erfasst ist. Mit der Fortschreitung des Projektes wird diese Genauigkeit typischerweise weiter zunehmen. Der LOI beschreibt die Informationsdichte eines Objektes, welche aus alphanumerischen oder ergänzenden Unterlagen (wie Gebrauchsanweisungen) bestehen kann. Die Zuordnung, welcher LOI wann zur Anwendung kommt, wird im Lastenheft geregelt werden, wenn notwendig kann das bis auf Attributebene erfolgen.

LOI 100

Definition:

Attributierung von Objekten (siehe LOG 100), zum Beispiel der Raumtypen, um die Anforderungen des Bauherrn zu dokumentieren oder zum Beispiel zur Ermittlung der Kostenschätzung.

 

Inhalt:

Name, Objektart und weitere, wichtige Nutzeranforderungen.

 

Ziel:

Vollständigkeit sicherstellen! Zum Beispiel sind auch alle Räume auch als Attribute in der BIM Datenbank vorhanden und können dort durch Verknüpfung mit Kennwerten für den BRI (Brutto-Rauminhalt) für die Kostenschätzung ausgewertet werden.

LOI 200

Definition:

Attributierung von Objekten (siehe LOG 200), massgeblich basierend auf den Objektinformationen des Datenmodells, zum Beispiel Räume zur Erstellung eines Raumbuches oder Informationen zur Ermittlung der Kostenberechnung.

 

Inhalt:

Neben Name und Objektart, werden die Attribute aus dem Modell verwendet. Unterscheidung tragend/nichttragend, aussen/innen ist ablesbar, weitere nicht modellbasierte Informationen können gegebenenfalls ergänzt werden. Bei Bedarf können Tür‐, Fenster‐, Fassaden‐ und Brandschutzklappeninformationen ergänzt werden.

 

Ziel:

Alle Ziele aus LOI 100, zusätzlich Kontrolle der Projektvorgaben und Nachvollziehen von Abweichungen. Listen von Räumen und Baugruppen, erste Version eines Raumbuches durch Verwendung von Modellinformationen.  

LOI 300

Definition:

Attributierung von Objekten (siehe LOG 300), massgeblich basierend auf den Objektinformationen des Datenmodells, zum Beispiel eine Beschreibung für herstellerunabhängige Produktinformationen, zur Aktualisierung des Raumbuches oder Ermittlung der Kostenberechnung.

 

Inhalt:

Wie bei LOI 200, jedoch zusätzlich Angaben zu Standards und Zertifizierungen durch Dritte. Bereitstellung von Informationen über Einheiten, Abmessungen, weiteren Anforderungen wie Material oder Produkt.

 

Ziel:

Wie bei LOI 200, jedoch zusätzlich Anforderungen für die Ausschreibung, aber auch für Zwecke späterer Phasen. Listen von Räumen, Baugruppen und Bauteilen bzw. aktualisierte Version eines Raumbuches durch Verwendung von Modellinformationen. Die gesammelten Informationen dienen als Vorgabe für die Ausführungsphase.  

LOI 400

Definition:

Attributierung von Objekten (siehe LOG 400), massgeblich basierend auf den Objektinformationen des Datenmodells, zum Beispiel einer Beschreibung aller Anforderungen mit herstellerspezifischen Produktinformationen zur Aktualisierung des Raumbuches, zur Ermittlung der Kostenfeststellung und bei Bedarf für zusätzliche Berechnungen von Personal‐, Material‐, Geräte- und Energiebedarf.

 

Inhalt:

Angaben zu allen wesentlichen Objektinformationen, zu Standards und Zertifizierungen durch Dritte. Bereitstellung von Informationen über Einheiten, Abmessungen, weitere Anforderungen wie zum Beispiel vorgesehenes Material oder Produkt.

 

Ziel:

Sammlung aller Informationen zu den gewählten Produkten für eine optimierte Logistik, Bauüberwachung, Kontrolle und Abnahme. Ebenso sind Zertifikate, alle Angaben über die Montage, Verfügbarkeit, Lieferbedingungen und die Wartung des Produktes enthalten.  

LOI 500

Definition:

Attributierung von Objekten (siehe LOG 500), massgeblich basierend auf den Objektinformationen des Datenmodells, zum Beispiel einer Beschreibung aller herstellerspezifischen Produktinformationen der tatsächlich verbauten Produkte zur Aktualisierung des Raumbuches, zur Ermittlung der Kostenfeststellung bzw. Abrechnung, zur Wartung und weiterer Nutzungen in der Betriebsphase.

 

Inhalt:

Angaben zu allen wesentlichen Objektinformationen, zu Standards und Zertifizierungen durch Dritte. Nachfolgend eine beispielhafte Beschreibung der notwendigen Objektinformationen mit Angaben zum Hersteller:

 

  • Kontaktangaben
  • Produkt Modellnummer
  • Artikelnummer oder die Einheit
  • Garantie mit Garantiegeber
  • Garantiedauer (Teile) Laufzeit in Jahre
  • Arbeitsgarantie mit Kontaktdaten des für die Arbeitsleistung Zuständigen
  • Garantiedauer (Arbeit) Dauer von Gewährleistungen in Jahre
  • Wiederbeschaffungswert bei Gerätetausch
  • Erwartete Laufzeit (typische Lebensdauer des Objekts)
  • Angaben zur Abmessung
  • Model Reference
  • Der Name des Objekts, wie vom Hersteller verwendet
  • Formcharakteristik
  • Charakteristische Farbe oder Grundfarbe des Produktes
  • Materialeigenschaft oder Primärmaterial des Produktes
  • Weitere wichtige Eigenschaften oder relevante Merkmale
  • Produktbezeichnung
  • Zugänglichkeit des Objekts erfüllt
  • Seriennummer
  • Installationsdatum
  • Garantiestartdatum
  • Barcode, Strichcode oder RFID (radio-freqeuency identification) sofern vorhanden
  • Asset Identifier, Identifizierung, der Unterscheidung von anderen Vermögenswerten ermöglicht.

 

Ziel:

Sammlung aller Asset Informationen auf dem Niveau „as built“ für den Betrieb und die Übernahme in das CAFM System. Über die Modelle ist der Zugriff auf weiterführende Unterlagen (Betriebsanleitung etc.) möglich. Das Gebäudemodell kann mit dem CAFM System des Nutzers verbunden werden und gegebenenfalls mittels VMC (virtual maintenance system) unterhalten werden. Ebenso sind Zertifikate, alle Angaben über die Montage, Verfügbarkeit, Lieferbedingungen und die Wartung des Produktes enthalten, um zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls effizient zu bewirtschaften bzw. defekte Produkte auszutauschen.  

 

 

Quellenangaben

  • Vernehmlassungsentwurf SIA 2051 - building information modelling (bim) www.sia.ch/2051
  • Bredehorn, J.; Dohmen, P.; Heinz, M.; Liebsch, P.; Sauter, H-P. (2016). LOD / LOI – Informationen zur Detaillierungs- und Informationstiefe BIM. Ein Dokument des BIM Praxisleitfaden 1.0 www.bim-blog.de